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Wir, die Antifaschistische Aktion Burg [AAB] mobilisierten unter dem Motto „Öfter mal Rot sehen!“ zur antifaschistischen Demonstration nach Burg. Folgend wollen wir eine Auswertung zu den Ereignissen der letzten Wochen sowie der Demonstration dokumentieren.

Am 26. März 2011 demonstrierten in Burg (Sachsen-Anhalt) etwa 350 Menschen gegen den anhaltenden Naziterror und die Repression, der Linke seit Monaten in der Region ausgesetzt sind. Die Demonstration war damit ein Abschluss von verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen, die im Vorfeld stattfanden.

Anfang 2011 gründete sich der Vorbereitungskreis 26.03., der aus antifaschistischen und linksradikalen Gruppen aus dem Jerichower Land bestand. Er setzte sich das Ziel, mit einer angemeldeten Demonstration über die Problematik der seit Jahren anhaltenden Naziaktivitäten in der Stadt und deren Ursachen zu informieren. Desweiteren sollte sich mit der Demonstration solidarisch mit den von Repression betroffenen Linken in der Region gezeigt werden. Dazu veröffentlichte der Vorbereitungskreis 26.03. einen Aufruf unter dem Motto „Gegen Naziterror und Repression! Linke Politik verteidigen!“. Dieser thematisierte die regionalen Nazistrukturen, deren Aktivitäten und die Situation, der Linke durch staatliche Repressionsorgane ausgesetzt sind, sowie die provinzielle Trostlosigkeit. Wir als Antifaschistische Aktion Burg [AAB] entschlossen uns mit einem eigenen Aufruf zur Demonstration zu mobilisieren. Unter dem Titel „Öfter mal Rot sehen! Kein Frieden mit Kapitalismus und Polizeistaat!“ kritisierten wir nicht direkt das Naziproblem, sondern die Repression des Staates und deren Ursachen. Diesen wollen wir mit einer antikapitalistischen Perspektive entgegentreten.

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Für den diesjährigen 1. Mai planen Nazis erneut mehrere Aufmärsche durchzuführen. Der Tag ist dabei für die Nazis kein beliebiger Anlass, sondern der Versuch, den internationalen Kampftag der Arbeiter_innen für eigene Zwecke zu instrumentalisieren, zum „Tag der deutschen Arbeit“ umzudeuten und so an nationalsozialistische Traditionen anzuknüpfen. Dass Nazis versuchen, den 1. Mai inhaltlich von rechts zu besetzen, ist nichts Neues und geht einher mit der verstärkten Bezugnahme auf soziale Themen. In diesem Jahr planen sie, in Bremen, Heilbronn und auch in Halle/S. aufzumarschieren.

Aus diesem Grund wird es am Dienstag, den 05. April 2011 um 18:00 Uhr in Burg eine Infoveranstaltung geben. Dabei werden wir auf die Geschichte des 1. Mai eingehen und Infos geben, wo wir in diesem Jahr hinfahren werden.

Im März 1921 kam es im In­dustrie­ge­biet um Halle/Mers­e­burg und dem Mans­fel­der Land (heute Sach­sen-​An­halt mit an­gren­zen­den Ge­bie­ten Thü­rin­gens und Sach­sens) zum letz­ten gro­ßen be­waff­ne­ten Auf­stand in Deutsch­land. In der DDR galt die­ses Er­eig­nis als be­deu­ten­de his­to­ri­sche Tat, frei­lich nur in der sehr ei­gen­wil­li­gen In­ter­pre­ta­ti­on der SED. Heute hin­ge­gen kommt der Auf­stand in der Ge­schichts­schrei­bung kaum noch vor – was po­li­tisch er­klär­bar ist, liegt die­ses links­ra­di­ka­le Er­eig­nis doch quer zu vie­len ge­sell­schaft­li­chen Ent­wick­lun­gen. Es geht um Ge­stal­ten wie Max Hoelz oder Karl Plätt­ner, die er­klär­te Fein­de des Ka­pi­ta­lis­mus waren und die nicht von Par­tei­lin­ken ver­ein­nahmt wer­den kön­nen.

Bernd Lan­ger hat es sich zur Auf­ga­be ge­macht, die Hin­ter­grün­de des Mit­tel­deut­schen Auf­stan­des zu er­hel­len und seine Prot­ago­nis­ten vor­zu­stel­len. Seit den 80er Jah­ren ist Lan­ger Ak­ti­vist der An­ti­fa-​ Be­we­gung, ist einer der In­itia­to­ren von Kunst und Kampf (KuK) und hat das Buch „Re­vo­lu­ti­on und be­waff­ne­te Auf­stän­de in Deutsch­land 1918 bis 1923“ ver­öf­fent­licht.

03.04.2011 :: 16:00 Uhr :: BUND :: Olvenstedter Straße 10 :: Magdeburg