Tolle Party, gute Musik, super Stimmung, viele nette Menschen – besser kann man das Konzert am 25. Dezember 2009 in Burg nicht beschreiben. Viele Menschen feierten neben Punk & Hardcore Bands bis in den frühen Morgen. An einem Infostand konnte man sich über Themen wie Antifaschistismus, Antikapitalismus oder Repression informieren. Die einzige negative Sache an dem Abend war eine Auseinandersetzung mit Neonazis und der Polizei am Ende des Konzertes.
Nachdem es in der letzten Zeit zu zwei Angriffen auf Wohnhäuser vermeintlicher Antifaschist_Innen kam und die Polizei versucht Linke einzuschüchtern und Repressionen auszusetzen, konnte das Konzert am 25.12.09 fast ohne Störungen verlaufen. Viele Leute aus verschiedensten Szenen nahmen am dem Konzert teil. Während des Konzerts wurde mittels Flyer auf die Repression durch die Polizei gegen Linke in den letzten Wochen aufmerksam gemacht. Des Weiteren wurden die Angriffe auf Wohnhäuser thematisiert. Über erfolgreiche antifaschistische Aktionen in den letzten Wochen und Monaten konnte man sich ebenfalls informieren. Für uns, den Veranstaltern und den Teilnehmer_Innen, war der Abend ein voller Erfolg!



Gegen 01:00 Uhr Nachts bewegte sich eine Gruppe von 6-7 Neonazis von der Magdeburger Chaussee in Richtung des Stadtteils Burg-Süd. Als diese vor dem Haus eines vermeintlichen Antifaschisten standen, warfen sie Steine auf die Eingangstür. Dabei ging eine Scheibe kaputt. Als Personen in dem Haus durch den Knall wach wurden und aus den Fenstern schauten, sah man noch einen Nazi am Wohnhaus stehen. Der Großteil der Nazis befand sich zu diesem Zeitpunkt allerdings schon an der Ecke Conrad Tack Ring / Magdeburger Chaussee. Die Polizei, die sich viel Zeit lies, ermittelte in der näheren Umgebung, wie zu erwarten, keine Nazis. Die Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion Burg, Mia Sommer, erklärt dazu: „Ein derartiger Angriff auf ein Wohnhaus, wie er in der letzten Zeit öfter vorkam, ist eine neue Qualität der Gewalt. Das die Polizei mal wieder nicht in der Lage war schnell vor Ort zu sein, bekräftigt unseren Standpunkt, bei Angriffen nicht unbedingt die Polizei zu rufen, sondern selber einen Selbstschutz zu organisieren. Einen derartigen Angriff werden wir nicht unbeantwortet lassen.“
Mit dem Beitritt Anfang 2007 in die Neonazistruktur „Freies Netz“, die in Sachsen, Sachsen Anhalt und Thüringen mit rund acht lokalen Ablegern vertreten war, begann eine neue Organisierung in Burg und dem Jerichower Land. Konzerte, Demonstrationen, Flugblattaktionen, Sprühereien, Angriffe und Einschüchterungsversuche waren keine Seltenheit mehr. Das „FN“, welches sich anfangs als „Mitteldeutsches Infoportal der freien Kräfte“ zeigte und einen Gegenpol zum NPD-nahen „Nationalen Beobachter“ darstellen sollte, änderte im Laufe der Zeit seine politische Ausrichtung. Einige Regionalabteilungen, hauptsächlich die sächsische des „FN“ riefen immer wieder zu Veranstaltungen, Wahlkampfhilfe oder anderen Dingen der NPD auf. Dies führte zu einem Bruch im „FN“. Kurze Zeit später waren auch die Internetseiten offline. Seitdem gab es keine größere Aktion des „FN“ bzw. der Burger Neonazis mehr. Ihre Aufgabe auf regionalen und überregionalen Demonstrationen als Ordner aufzutreten, nehmen diese allerdings immer noch wahr.