Vor einiger Zeit erschien in Burg ein sogenanntes „Antifa Infoblatt“, welches das Ziel hat über die aktuelle Situation in der Stadt und der Region aufmerksam zu machen und zu Eigeninitiative motivieren soll. Wir dokumentieren hier die Auswertung der Ereignisse am 8. Mai 2009 in Burg, die in dem Infoblatt veröffentlich wurde. Schon in der Vergangenheit gab es in Burg Infoblätter bzw. Infohefte, wie die „Left Act“. Mehr dazu findet ihr unter „Left Act“.
Kurze Auswertung des 8. Mai in Burg.
„Zeckenjagdsaision – Viel Glück“ heißt es an einer Hauswand in der Klosterstraße. Kaum wird es wärmer, so tauchen auch in Burg und anderen Orten im Jerichower Land neonazistische Sprühereien, Aufkleber und Plakate auf. Bedrohungen und Angriffe auf Menschen, die nicht in das Weltbild der Neonazis passen nehmen zu. Da im Jerichower Land die NPD nicht zur Wahl antritt, bleiben einem in diesem Jahr Infostände und Flugblattaktionen der wenigen NPD-Leute in der Region erspart. Umso mehr treten die „Freien Kräfte“ in der Öffentlichkeit auf. Dies zeigte sich z.B. am Freitag, dem 8. Mai 2009 in Burg, als etwa 300 Neonazis durch die Stadt zogen.
Was geschah am 8. Mai?
Der 8. Mai 1945 markiert neben der bedingungslose Kapitulation Nazi-Deutschlands und der somit verbundenen Beendigung des Zweiten Weltkrieges auch die Befreiung vom Nationalsozialismus und somit dem Ende der Barbarei in den Arbeits- und Vernichtungslagern, sowie auch das Ende der Shoa. Dieses Datum nahmen Neonazis des sogenannten „Freien Netzes Burg“ zum Anlass, einen Aufmarsch unter dem Motto „8. Mai – Wir feiern nicht!“ anzumelden. Wie schon im Vorjahr sahen die Neonazis davon ab, diesen Termin öffentlich zu bewerben. Wer im Internet nach einer Demonstration in Burg suchte, der suchte vergebens. Dass 300 Neonazis letztendlich in Burg aufmarschiert sind, zeigte erneut die Stärken des „Freien Netzes“. Gegen 17:00 Uhr trafen die ersten Neonazis am Bahnhof in Burg ein. Kurz danach folgte auch der Lautsprecherwagen des aus Sotterhausen kommenden Enrico Marx. Gegen 18:00 Uhr waren dann alle Neonazis am Bahnhof angekommen. Neben Neonazis aus Sachsen-Anhalt waren Personen aus Niedersachsen, Berlin, Brandenburg und Sachsen in Burg. Über die Friedenstraße, der August-Bebel-Straße und der Brüderstraße ging es in Richtung Markt, wo die Zwischenkundgebung abgehalten wurde. Es sprach unter anderem Andreas Biere (Initiative gegen das Vergessen) aus Magdeburg. Nachdem die Zwischenkundgebung beendet war, ging es über die Bruchstraße zurück zum Bahnhof. Während der gesamten Demo gab es kein Seitenspalier der Polizei, somit konnten die Neonazis sich frei bewegen. Weitere Informationen zum Naziaufmarsch findet ihr hier.