Archiv für Mai 2009

Ab Mai gibt es nun die aktuelle Version von „Tipps und Tricks für Antifas“. Die Broschüre an sich, gibt es schon seit über 20 Jahren und trotzdem hat sich leider noch nicht viel im Hinblick auf die antifaschistische Situation geändert. Antifa heißt immer noch Organisieren, Recherchieren, Öffentlichkeitsarbeit zu machen, Repression von Bullen und Staat entgegenzutreten, sowie Nazis zu blockieren.

Um diese Arbeiten zu erleichtern und praktische Tipps zu geben, ist die neue Ausgabe von „Tipps und Tricks“ erschienen. Die bereits 10 Jahre alte Bröschüre wurde komplett überarbeitet und z.B. um den mittlerweile sehr wichtigen Bereich „Datenschutz“ ergänzt.

Wenn ihr Interesse habt, meldet euch bei uns
oder sprecht bekannte Personen in Burg an.

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Desweiteren ist noch die antinationale Zeitung “Straßen aus Zucker” aus Berlin verfügbar. Wenn ihr noch welche Kostenlos haben wollt meldet euch ebenfalls bei uns. “Straßen aus Zucker” kann man übrigens auch online lesen.

Am 23. Mai 2009 findet in Berlin eine „antinationale Parade“ unter dem Motto „Etwas Besseres als die Nation — Gegen die Herrschaft der falschen Freiheit.“ statt.

Vortreffpunkt in Magdeburg: 15:45 Uhr // Hauptbahnhof/ZOB

Am 23. Mai feiert die Bundesrepublik ihren 60. Geburtstag. 60 Jahre Grundgesetz – eine Er­folgsgeschichte: 60 Jahre ir­gendwie Men­schenwürde; 60 Jahre kein deutscher Faschismus, sondern Rechtsstaat; 60 Jahre mitentscheiden, welche Farbe regiert; 60 Jahre mehr oder weniger „Wohlstand für alle“ durch „soziale Marktwirtschaft“; 60 Jahre Frieden in Europa; 60 Jahre Tralala. Es gibt schlimmeres als den deutschen Staat. Das war nicht immer so. Deshalb bekommt die BRD sogar von vielen Linken Re­spekt, die ihre Bratwurstbürger_innen und Polithansel widerlich finden, und die weghören wenn die Glotze mal wieder „Du bist Deutschland!“ sagt. Selbst die Systemkrise des Kapitalismus kann die Feierstimmung nicht verhageln. Im Gegenteil, sie erinnert alle daran, dass in der kapitalistischen Weltordnung nur Vater Staat ein kleines bisschen Sicherheit geben kann. Jedenfalls hierzulande. Mit seinen „Rettungspaketen“ und „Schutzschirmen“ erscheint er als Obersamariter der Nation, und seine freiheitlich-demokratische Herrschaft als historische Segnung. Die Identifikation mit der Nation braucht kein Säbelrasseln und kein Stramm­stehen, und auch keinen Brandstifterrassismus. Es genügt, wenn sich alle Aufenthaltsberechtigten fürs Gemeinwohl ins Zeug legen.

Gemeinwohl?
Ok, wir sind nicht naiv: Deutschland ist real nicht die tolle Multikulti-Mitmachnation, die uns aus den schwarz-rot-goldenen Werbespots angrinst. Auch hier werden ständig Menschen ausgegrenzt, wenn etwas an ihnen nicht ins Mitmachschema passt: falsche Hautfarbe, falsche Staatsbürgerschaft, falsches Geschlecht, falsche Bildung, falsche Einstellung zum Eigentum, vor allem aber: zu wenig Geld. Und von Gemeinwohl ist vor allem dann die Rede, wenn es um Einschnitte und Opfer für Deutschland geht: Um den Sozialstaat zu retten wird er abgebaut. Um das Gesundheitssystem zu erhalten wird es beschränkt und verteuert. Um die Rente zu garantieren zieht der Staat seine Garantien zurück. Und dem Standort zuliebe muss auf Lohn und Kündigungsschutz verzichtet werden. Eigentlich le­ben wir in einem der reichsten Länder der Erde. Eigentlich könnte es allen gutgehen. Aber in Wahrheit geht es allen schlecht, nur auf unter­schiedlich hohem Niveau. Und in der Krise sollen alle ihre Gürtel nochmal enger schnallen, damit Deutschland „gestärkt“ in die nächste Konjunktur starten kann.

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Am 08. Mai 1945 unterzeichnete der deutsche Generalfeldmarschall Keitel im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Jenes Datum markiert bis heute und in ferne Zukunft das Ende des zweiten Weltkrieges in Europa und die Befreiung vom Nationalsozialismus. „Die Nationale Freiheitsbewegung wird einen Teufel tun, sich zu diesem Datum, welches sogenannte „Gutmenschen“, gern als Feiertag sehen wollen, nicht zu äußern.“, musste man auf einem Flugblatt lesen, welches am Rande eines Aufmarsches von etwa 300 Neonazis in Burg verteilt worden ist. Die „Freien Kräfte“ meldeten an diesem gedenkträchtigen Feiertag eine Demonstration unter dem Motto: “8.mai – wir feiern nicht!” ab 18.00 Uhr an. Eine öffentliche Mobilisierung zu diesem Aufmarsch suchte man in öffentlichen Quellen vergebens. Über die Zahl der Teilnehmer, die sich mit ausgesprochen konspirativer, klandestiner Bewerbung nach Burg im Jerichower Land mobilisieren ließen, staunten nicht nur die knapp aufgestellten Polizeikräfte.

Ihren Bezug zum besiegten Nazideutschland brachten die Teilnehmer nicht nur auf ihrer Kleidung unmissverständlich zum Vorschein, auch in Reden z.B. von Anmelder Danny G. („Freies Netz“) oder Andreas Biere (Initiative gegen das Vergessen) waren die Verdrehungen von Fakten, Ursachen und Wirkung schleudererregend. Die Empathie der Neonazis für jene „Volksgenossen“, die das nationalsozialistische Terrorregime in breiter Masse mit trugen und den industriellen Massenmord an Menschen erst ermöglichten oder aktiv umsetzten, ist zweifelsfrei weit größer als für Menschen die vom deutschen Vernichtungswillen getrieben in Konzentrationslagern interniert worden oder in Angriffskriegen an der gegnerischen Front fielen.

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Meta

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