In den letzten Jahren ist die Zahl faschistischer Morde europaweit massiv angestiegen. Meist erlangen nur die Fälle eine stärkere Öffentlichkeit, bei denen es sich um Linke handelte, die in engem Kontakt mit der politischen und subkulturellen Szene standen. Carlos Javier Palomino (11.07.’07, Madrid), Davide „Dax“ Cesare (16. 03.’03, Milano) oder Jan Kuchera (18.01.’08, Príbram) sind daher vielen Menschen in der Linken ein Begriff. Die Morde an Migrant_Innen, wie sie in Russland an der Tagesordnung sind, gelangen kaum an die Öffentlichkeit. Regelmäßig kommt es hier zu Angriffen und Morden an Menschen aus dem Kaukasus und Tadschikistan. Mit Anerkennung schaut die internationale Rechte auf eben jenen so genannten „Rassenkrieg“ der russischen Nationalisten. Allein in den ersten drei Monaten diesen Jahres kamen 33 Menschen durch Neonazis ums Leben. Bereits im letzten Jahr wurden in Russland 27 Menschen durch Neonazis umgebracht. International befindet sich die Rechte zurzeit vielerorts im Aufwind. Allein in Spanien wurde im Jahr 2007 die Anzahl rechter Übergriffe auf rund 4000 geschätzt. Die diesjährigen Pogrome im Mai gegen eine Roma-Siedlung in Neapel führen vor Augen, wie es den Faschisten zurzeit gelingt, die soziale Verelendung durch den Kapitalismus für sich zu nutzen. Die „soziale Frage“ wird durch sie zu einer scheinbar „ethnischen“ gemacht. In ihrem Anliegen können sie sich in vielen Ländern des Rückhaltes
durch Kirche und etablierte Parteien sicher sein.
Um die Ermordeten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, aber auch um auf internationale Situation der Neonazi-Bewegungen aufmerksam zu machen, wird es im Rahmen der Kampagne „Siempre Antifascista!“ am 11. November einen überregionalen Aktionstag für die Opfer rechter Gewalt geben und am 14. November eine internationale Antifa-Konferenz in Berlin. Diese wird durch ein Festival mit vielen internationalen Punk- und Oi!-Bands begleitet. Auf der Konferenz werden Aktivist_Innen der autonomen Antifa-Bewegung aus verschiedenen Ländern über die Lage in ihren Ländern berichten und sich mit den Konferenzteilnehmer_Innen über die gegenseitigen Erfahrungen des Widerstandes austauschen.
Bereits im Vorfeld der Konferenz werden Antifaschist_Innen aus Berlin über die Internationale Situation in verschiedenen Städten berichten. Der Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf den Ländern Spanien, Italien, Russland & Tschechien.
Infoveranstaltung in Magdeburg:
Fr. 10.10.2008 | BUND (Olvenstedter Straße 10) | 18.00 Uhr
(Die Veranstaltung organisieren wir mit der Autonome Linke Magdeburg (ALM) & Cable Street Beat (CSB) Magdeburg zusammen.)
Weitere Termine:
Antifaschistischer Aktionstag
Di. 11.11.08 | in deiner Stadt, in eurem Kiez!
Internationale Antifakonferenz
Fr. 14.11.08 | Haus der Menschenrechte, (Greifswalder Str. 4, Berlin) | 14.30 Uhr
Antifa Festival
Fr. 14./Sa. 15.11.08 | KATO (Im U-Bhf. Schlesisches Tor, Berlin)
Antifaschistische Demo
Sa. 15.11.08 | S + U-Bhf-Pankow, Berlin | 14 Uhr