Archiv für Juni 2008

Vor einigen Tagen erschien die zweite Ausgabe der „Left Act“. Für alle ,die das Heft noch nicht kennen, es hat das Anliegen in der Region Burg und zum Teil darüber hinaus über Naziaktivitäten aufzuklären, eigene Texte, Berichte oder Bekanntmachungen öffentlich zu machen und Menschen zu Eigeninitiative zu motivieren.

Nachdem die erste Ausgabe (im März erschienen) nach wenigen Tagen vergriffen war und wir Hefte nachdrucken mussten ist nun die zweite Ausgabe in einer höheren Auflage erschienen. Des Weiteren ist das Heft immer noch kostenlos. Wer noch keins hat und welche haben will kann eine E-Mail schreiben oder spricht wie üblich in Burg seinen „Straßendealer“ an. Den Inhalt der neuen Ausgabe findet ihr unter „Left Act“ auf unserer Homepage. Also, viel Spaß beim Lesen.

Kontakt: left_act@web.de

Solltete ihr für die nächste Ausgabe Änderungsvorschläge, Termine oder Texte haben, schickt uns diese einfach zu. Anregungen, Kritik oder Lob nehmen wir gerne entgegen.

Die „Left Act“ Crew.

Der 15. Jahrestag der Grundgesetzänderung ist für uns Anlass, unsere Forderungen lautstark auf die Straße zu bringen. Wir leben im Herzen der Festung Europa und es reicht längst nicht mehr, das deutsche Grundrecht auf Asyl zurückzufordern. Alle Menschen müssen die Möglichkeit haben, vor Verfolgung und Armut zu fliehen. Alle Menschen müssen die Möglichkeit haben, dort zu leben, wo sie es möchten und wie sie möchten. Mit allen Rechten, die dazugehören. Aus diesem Grund wird am 5. Juli eine antirassistische Demonstration in Berlin stattfinden.

Für ein globales Recht auf Migration.
For freedom of movement and de*fencing the nations!

5.Juli | Großdemo | 14:00 Uhr | Schlossplatz | Berlin

Konzert während der Abschlusskundgebung, es spielen:
Anarchist Academy (HipHop aus Lüdenscheid)
Die Ciaoceskos (SkaPunk aus Potsdam)
Koljah, Tai Phun und NMZS – (HipHop aus Göttingen/Düsseldorf)

Weitere Infos auf www.recht-auf-migration.de.vu

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“Es gibt kein ruhiges Hinterland” war das Motto am 7.Juni 2008 in Genhtin. Nachdem vor etwa 2 Wochen bekannt wurde das die Jungen Nationaldemokraten (JN) Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit regionalen Neonazis ein Demonstration in Genthin angemeldet haben mobilisierten, wir zu Gegenaktionen. Etwa 100-150 AntifaschistInnen folgten diesen Aufruf den Naziaufmarsch zu verhindern.

Gegen 10.30 Uhr trafen sich die ersten AntifaschistInnen am Bahnhof in Genthin. Nachdem kurze Zeit später etwa 15 Nazis mit einem Zug aus Richtung Berlin ankamen wurden diese mit Eiern und Steinen beworfen. Danach riegelten die Cops den kompletten Bahnhof ab. Auf dem Marktplatz sammelten sich nun immer mehr Menschen. Diese versuchten dann auf die Südseite der Stadt zu gelangen wo auch die Nazidemo lang laufen sollte. Dies wurde allerdings durch die Polizei verhindert. Da die Stadt durch die Zugstrecke gut in Nord und Süd geteilt ist, musste die Polizei nur ein paar Tunnel und Brücken sperren und schon war es fast unmöglich in den Südteil der Stadt zu gelangen. Um 12:00 Uhr fand dann unter dem Motto „Gesicht zeigen“ eine Mahnwache auf dem Marktplatz statt. Etwa 200 Menschen waren dort anwesend. Kurze Zeit später versuchten 50-60 Menschen in einer Spontandemo in den Südteil erneut zu gelangen. Dabei setzte die Polizei Schlagstöcke und CS-Gas ein, um die Demo zu beenden. Dabei stich besonders eine Hundertschaft aus Magdeburg durch ihr aggressives Auftreten hervor. Weitere versuche auf die Naziroute zu gelangen schlugen ebenfalls fehl.

Die Polizei machte den Süden von Genthin an diesen Tag zu einer polizeilich „national befreiten zone“. Alle Menschen die auch nur im Ansatz nach Gegendemonstranten aussahen, bekamen Platzverweise für den Südteil oder wurden eingekesselt. Insgesamt gab es an diesen Tag 8 Festnahmen von AntifaschistInnen. Das Scheitern den Naziaufmarsch zu verhindern wurde auch durch das Verbot der Antifa-Kundgebung im Südteil der Stadt begünstigt. Freitag bekam der Anmelder der Kundgebung einen Auflagenbescheid, in dem stand das sämtliche Anmeldungen gegen den Naziaufmarsch in Genthin im Süden verboten sind. Für die Zukunft müssen wir uns überlegen, wie wir Naziaufmärsche effektiv und erfolgreich entgegentreten können, ohne uns von den Cops sagen zu lassen was wir sollen und wo wir hin und wo wir nicht hin dürfen.

Antifaschistischer Spaziergang in Burg.
Mehrere Menschen entschlossen sich nach den Aktionen gegen den Naziaufmarsch in Genthin noch in Burg einen Spaziergang durchzuführen, um Nazipropaganda zu entfernen und die ein oder andere Deutschlandfahne umzugestalten, die zurzeit auch massiv in Burg an Autos hängen. Als es durch die Schartauer Straße ging (Haupteinkaufsstraße der Stadt) viel auf das Parolen wie „Kein Frieden mit Israel“ an öffentlichen Gebäuden gemalt wurde, ohne das auch die Stadt etwas dagegen unternimmt dies zu beseitigen. Aber dies ist auch nix neues in dieser Stadt. Nach etwa einer Stunde beobachtete uns dann auch schon das erste Auto mit 2 Neonazis drinnen. Diese entfernten sich allerdings wieder schnell. Stress mit Cops oder Nazis gab es an diesem Tag, zumindest in Burg nicht. Nach 2 Stunden beendeten wir dann den Spaziergang.



In Neubrandenburg fand am selben Tag ein Naziaufmarsch statt. Ein Bericht hierzu findet ihr
hier

Meta

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