Etwa 1500 Menschen haben am Samstag, dem 8.März 2008 in Berlin anlässlich des internationalen Frauenkampftages in Solidarität mit der inhaftierten Antifaschistin Andrea und allen politischen und sozialen Gefangenen demonstriert. Vom U-Bahnhof Eberswalder Straße ging die Demonstration durch den Szenebezirk Prenzlauer Berg zum Frauenknast nach Pankow, wo Andrea zurzeit einsitzt.

Auftaktsort war der U-Bahnhof Eberswalder Straße, von dort aus ging es durch die Schönhauser Allee, wo es einen kleinen Schlenker gab, um am „Harakiri“ vorbeizugehen, einem einschlägigen Nazi-Laden, mit dessen Bildern, welche die nach außen gerichtete Überwachungskamera macht, auch gerne mal die Polizei über politische Gegner informiert wird. Kurzzeitig musste die Demo stoppen, weil die Polizei einige vermummte und „bewaffnete“ (gemeint waren die Fahnenstöcke) Personen herausziehen wollte. Die Demoanmelderin wurde aufgefordert, die jeweiligen Personen der Polizei auszuliefern. Dass wir bei so einer Schweinerei nicht mitmachen und niemanden von uns ausliefern, war klar. Nach einem kurzen Hin und Her konnte die Demo weiterlaufen – mit unseren GenossInnen! Während der Demo kam es trotzdem noch zu einer Festnahme.

Auf dem Weg gab es noch eine nette Dach-Transpi-Aktion, bei der ein langes Transparent mit der Aufschrift „Free Andrea“ entrollt wurde außerdem wurden noch viele Demo-Flyer vom Dach geworfen. Video

Der Weg zum Knast wurde ebenfalls dadurch verschönert, dass GenossInnen einige Tage zuvor die Wände mit wunderschöner Farbe und Parolen geschmückt hatten („Militanter Antifaschismus ist ein legitimes Mittel“, „Knäste zu Baulücken“, „Kampf dem Patriarchat“).


Am Frauenknast Pankow angelangt, wurde eine längere Kundgebung abgehalten. Zu diesem Grund waren wir ja schließlich dorthin gelaufen. Die Insassinnen hatten sich zuvor Lieder wünschen können, die dann vor dem Knast abgespielt wurden. Es wurde auch noch ein besonderer Redebeitrag verlesen: einen Text, den uns Andrea übermittelt hatte. Nachdem die Leute ordentlich laut geworden sind, ging es dann noch eine Runde um den Knast und dann zur Abschlusskundgebung am Gabarty-Platz in Pankow. Das Ende der Demo verlief noch ganz ruhig, problematisch wurde es aber bei der Abfahrt: Schon im S-Bahnhof Pankow wollten sich Polizisten mit in den Zug drängen. Dass für sie kein Platz mehr war und sie ohnehin nicht erwünscht waren, wurde schnell deutlich. Sie schubsten einen jungen Mann aus dem Zug, um sich selber Platz machen zu können. Das blieb von den restlichen (Ex-)Demoteilnehmern nicht unbeantwortet: Sie machten so lange Stress, der Zug musste so lange gestoppt werden, bis die Polizisten (zumindest im letzten Wagon) raus mussten und ohne sie losgefahren werden konnte.

Zwei Stationen weiter, Gesundbrunnen, kam es dann aber zu einer heftigen Auseinandersetzung. Die Szenerie war die gleiche wie zuvor, nur diesmal reagierten die Polizisten viel aggressiver. Als sie zwei Menschen rausziehen wollten, solidarisierte sich das ganze Zugabteil. Die Polizisten sprühten Tränengas in das Abteil, kesselten ihn und forderten alle auf, auszusteigen. In einem Wanderkessel wurden alle nach draußen gebracht, wo jede/r Einzelne/r abgefilmt wurde und Personalien aufgenommen wurden.

Mindestens eine Person wurde mitgenommen, die zwei rausgezogenen Menschen erhielten Anzeigen wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung.
Diese völlig überzogene, unverhältnismäßige und brutale „Maßnahme“ ist aufs Schärfste zu verurteilen. Von den (Ex-)Demoteilnehmern ging absolut keine „Gefahr“ aus; die Demo verlief schon sehr ruhig, und während der Zugfahrt gab es keine Anzeichen für irgendein Risiko.

Alles in allem eine gute Demo.

Kampf dem Patriarchat!
Unsere Solidarität gegen ihre Repression!