Archiv für Februar 2008

Mit dezidiert rassistischen und antisemitischen Sprüchen beschmierte Hauswände, Gewalt gegen „alternativ“ aussehende Menschen, Angriffe auf als „links“ ausgemachte Häuser – willkommen im Leipziger Osten. Während im öffentlichen Diskurs sonst eher Orte wie Pirna, Mügeln, Verden oder Vlotho mit Nazi-Aktivitäten und -inhalten assoziiert werden, hat sich Leipzig bisher allen Fakten zum Trotz als Oase der Weltoffenheit stilisieren können.
Im offensichtlichen Widerspruch dazu üben mit wachsendem Selbstbewusstsein vor allem die so genannten Freien Kräfte Leipzig („FKL“) in Anger-Crottendorf, Stötteritz und Reudnitz die „nationale Befreiung“ im urbanen Raum. Damit haben Nazi-Aktivitäten in Leipzig vielleicht keine neue Qualität, nach dem Ende der regelmäßigen (und letztendlich ziemlich einsamen) Auftritte Christian Worchs aber zumindest einen neuen Penetranzlevel erreicht. Die Leipziger Bürgerinnen und Bürger sind notgedrungen in die Empörung über den Nazi-Klamotten-Laden „Tønsberg“ eingestimmt – in der Vorzeige-Innenstadt dann doch ein Tick zu viel Nestbeschmutzung – gleichzeitig verkündet die Website der „FKL“ großspurig „Reudnitz bleibt braun!“. Wer diesen von Seiten der Nazis formulierten hegemonialen Anspruch nicht akzeptieren möchte, muss doch deren feste Etablierung (nicht nur) im Leipziger Osten konstatieren.

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Samstag wollten etwa 30 Nazis aus Burg und Umgebung eine Spontandemo in Burg durchführen. Gegen 15.30 Uhr liefen diese etwa 10 Minuten durch Burg, bis ein Polizeifahrzeug sie stoppte. Danach flüchteten sie sofort. Im Internet schreiben die Nazis, dass man an den Aktionen sehen kann, dass die sogenannte „Offensive 2008″ funktioniert und sich positiv auswirkt. Nachdem im letzten Jahr eine Sonnenwendfeier der Nazis in Parchau in die Hose ging, der groß angekündigte Aufmarsch im August 2007 in Burg auch ein Reinfall war und dafür 200 Antifas durch die Stadt liefen ,ist dies nun die nächste peinliche Aktion.

Wir sind gespannt was als nächstes kommt.

Gestern fand in Dresden der größte Naziaufmarsch in Deutschland statt. Etwa 5000-6000 Nazis aus dem In- und Ausland nahmen daran teil. Den Naziaufmarsch zu verhindern gelang leider nicht. Etwa 1500 Antifas waren in Dresden unterwegs. Die Antifa-Demo bekam ein Innenstadtverbot und wurde deshalb von den Veranstaltern abgesagt, trotzdem fand eine Spontandemo vom Hauptbahnhof in die Innenstadt mit etwa 1000 AntifaschistInnen statt. Naziladen „Tønsberg“ wurde stark beschädigt.

Kurzer Bericht zum Tag:
Da die Antifa-Demo durch das Ordnungsamt aus der Innenstadt verlagert wurde, trafen sich schon gegen 10 Uhr mehre hundert Antifas vor dem Hauptbahnhof. Schon zu diesem Zeitpunkt führte die Polizei starke Vorkontrollen durch und versuchte bei links-aussehenden Personen in der ganzen Stadt die Personalien aufzunehmen. Gegen 13 Uhr bewegten sich etwa 1000 Antifas vom Hauptbahnhof in einer Spontandemo Richtung Naziroute. Dabei lief die Demo in einem Polizeikessel und wurde immer wieder gestoppt. Nachdem die Demo auf der Naziroute war, wurde versucht diese zu blockieren, jedoch wurde die Blockade nach kurzer Zeit wieder aufgelöst. Nun bewegten sich Kleingruppen durch die Innenstadt um den Naziaufmarsch zu verhindern. Vom Platz vor der Synagoge brachen etwa 400 Personen auf, um über die Albertbrücke in Richtung Neustadt zu kommen. Dort verhinderte dies allerdings die Polizei. Die Carolabrücke wurde von der Bürgerdemo „Geh Denken“ und Antifas blockiert, so dass es eine Verkürzung des Naziaufmarsches gab. Auf dem Weg zum Postplatz wurde dann noch der Naziladen „Tønsberg“ von außen stark beschädigt. Ein Rankommen an den Aufmarsch der Nazis war fast unmöglich, da die Polizei die ganze Stadt abgeriegelt hatte. Das Infoteam in Dresden überzeugte mal wieder, der Wap-Ticker bewährte sich erneut.

NAZIAUFMARSCH 2009 IN DRESDEN SMASHEN!

Meta

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