Archiv für Juni 2007

In Rostock hat am 15.Juni 2007, im Szeneviertel Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV), der Naziladen „East Coast Corner“ eröffnet. Er dient dazu die Regionale Szene um Rostock mit Kleidung, CD´s und alles was das „Naziherz“ braucht, zu besorgen. Dabei werden die Einnahmen zur Finanzierung der örtlichen Naziszene genutzt. Am selben Tag der Eröffnung führten Rostocker AntifaschistInnen eine Spontandemo gegen diesen Laden durch. Die Antifas verteilten Flyer während der Demo, um die Menschen über den Laden aufzuklären. Die Nazis allerdings kamen mit Eisenstangen heraus und positionierten sich vor diesem. Um eine Eskalation der Lage zu verhindern, begaben sich die AntifaschistInnen auf die andere Straßenseite. In der Nacht vom 21. zum 22.06.2007 gingen zum wiederholten Male bis zu 50 Antifas zu dem Naziladen um ihren Unmut darüber zu äußern. Dabei gingen die Rollos und eine Scheibe in die Brüche. Während der Besitzer in seinem Geschäft schlief, wurde er durch den Lärm der AntifaschistInnen geweckt, worauf er sofort mit Pfefferspray aus einem Fenster sprühte, um die „Angreifer“, nach seinen Worten, zu vertreiben.
In der Nacht zum 24.Juni 2007 versammelten sich 20 Nazis vor dem Geschäft. In der Nähe fand zum gleichen Zeitpunkt ein alternatives Straßenfest statt. Von dort aus machten sich etwa 150 Menschen auf, um den Nazis zu zeigen, dass sie nicht willkommen sind. Die anwesende Polizei ging dabei mit brutalsten Mitteln gegen die Demonstranten vor. Friedliche Demonstranten wurden grundlos festgenommen.
Einen Tag später, dem 25.Juni, erklärten die Nazis Rostock zur „Frontstadt“.
Es wurde gedroht, jedes Wochenende „Kameraden“ nach Rostock zu karren.
Daraufhin kündigte die NPD Mecklenburg-Vorpommern an, am 26.Juni eine Ortsbegehung in Rostock durchzuführen und die Bewohner, rund um den Laden, zu einen Gespräch einzuladen.
Doch keiner wollte mit den Nazis darüber reden. 100 wütende Bürger versammelten sich davor, um ihre Abneigung gegenüber den Nazis zu zeigen. Pressevertreter, die sich im Geschäft befanden, wurden rausgeworfen. Da fragt man sich doch was das jetzt sollte, die Nazis luden doch zu einen Gespräch ein oder wollte keiner mit ihnen reden?
Für Samstag, dem 30.Juni, kündigt die NPD zusammen mit freien Kameradschaften eine Demonstration in Rostock an. Diese soll sich gegen die angebliche “ Linke Gewalt“ richten.
Rostocker AntifaschistInnen rufen zu entschlossenem Widerstand gegen diese Demo auf.

Treffpunkt in Berlin um nach Rostock zu fahren:
06.00 Uhr / / Abfahrt: 06.41 Uhr // Hauptbahnhof // Gleis 6
Ankunft in Rostock:
09:24 Uhr // Hauptbahnhof // Gleis 3

Samstag, dem 23.Juni 2007 fand in Burg ein Konzert unter dem Motto “Gegen rechte Gewalt” statt.
Es nahmen etwa 150 Menschen an dem Konzert teil.
Etwa zum gleichen Zeitpunkt waren bis zu 100 Nazis auf dem Weg nach Parchau (Dorf neben Burg) um eine Sonnenwendenfeier durchzuführen.
Diese Versammlung der Nazis wurde allerdings von der Polizei aufgelöst und die Nazis bekamen für Parchau und Burg ein Stadtverbot.
Die Polizei war an diesem Tag in ganz Burg unterwegs. Es wurden sogar Bullen aus Magdeburg angefordert, die sich dann vor der Stadthalle positionierten.
Eigentlich sollte das Konzert auf der Freifläche neben der Stadthalle stattfinden, durch das schlechte Wetter wurde das Konzert allerdings kurzfristig in die Stadthalle hinein verlegt.
Während des Konzerts gab es keine Probleme und es war eine gute Stimmung.
Sogar ein Antifa-Infostand war aufgebaut, dort hatte man die Möglichkeit sich über Nazis und andere Dinge zu informieren. Buttons und Aufkleber kamen gut bei den Konzertgästen an.
Es zeigte sich das auch in Burg, Linke und Alternative Veranstaltungen ohne Störungen von Nazis durchgeführt werden können.

Kurze Ergänzung zu der Sonnenwendfeier.

In Parchau b. Burg wollten gestern (23.06.2007) etwa 100 Nazis aus dem Jerichower Land und Mitteldeutschland eine Sonnenwendfeier durchführen.
Dazu kam es aber nicht, da die Polizei diese auflöste.
Die Nazis bekamen einen Platzverweis für den Ort, an dem die Veranstaltung stattfinden sollte und begaben sich deshalb nach Burg, um auf einem anderen Gelände, ihre Veranstaltung durchzuführen. Allerdings warteten dort auch schon die Bullen auf sie. Nachdem die Nazis auch für Burg Platzverweise bekommen hatten, wurden einige von ihnen festgenommen.
Am Sonntag, dem 24.06.2007, wollten die Nazis in Burg eine Spontandemo unter dem Motto „Gegen Polizeiwillkür und Staatliche Repressionen!“ durchführen. Das konnte aber durch die Polizei verhindert werden. Darauf kündigten die Nazis an, in der nächsten Zeit, andere Aktionen durchzuführen.


Antifa-Infostand…

…ist gut besucht.

Damit war ganz Burg voll!

Nun ist es soweit. Acht Monate nach dem Überfall durch Neonazis auf eine Geburtstagsfeier in Gerwisch (Jerichower Land) hat die Staatsanwaltschaft Stendal Anklage gegen fünf Männer erhoben. Die zwischen 21 und 30 Jahre alten und zum Teil bereits straffällig gewordenen Neonazis werden gefährliche Körperverletzung und Landfriedensbruch vorgeworfen.
Der Fall wird am Amtsgericht Burg verhandelt.

Was geschah in Gerwisch?
Kurz vor 00.00 Uhr, am 21.Oktober 2006 stürmten etwa 30 vermummte Neonazis den Raum des Gemeindezentrums in Gerwisch, prügelten wahllos auf Gäste der Feier ein und zerstörten das Inventar. Der eigentliche Vorfall begann schon einen Tag früher. Am Freitagabend, dem 20.Oktober, wurde eine Band, welche auch am besagten Abend spielen sollte, von 4 vermummten Nazis aufgesucht. Diese forderten die Bandmitglieder auf, zu sagen, wer die Antifa Aufkleber im Ort klebe und das bis zum nächsten Tag, ansonsten würde es Ärger geben. Die Bandmitglieder riefen die Polizei, als diese dann auftauchte, waren die 4 Nazis schon weg. Die Polizei reagierte auf den Anruf mit den Worten: Wenn so etwas noch mal vorkommen sollte, müsst ihr den Einsatz bezahlen. Am anderen Tag kam es dann auch so, dass die Party in Gerwisch von etwa 30 Nazis angegriffen wurde. Dabei kamen etwa 15 der Angreifer durch die Eingangstür, „Sieg Heil“ rufend, hineingestürmt. Sie zerstörten dabei alles, was ihnen im Weg stand und begaben sich zu den Fenstern, um diese zu öffnen, damit weitere 10-15 Nazis in den Raum gelangen konnten. Die alarmierte Polizei kam mit einem Wagen, stellt sich vor das Gemeindehaus und wartete auf Verstärkung. Sie unternahmen nichts, sondern blieben in ihrem Auto, so konnte auch ein Großteil der Nazis ungehindert wieder losgehen. Nachdem die Verstärkung gekommen war, weigerten diese sich einen Krankenwagen zu holen, um Verletzten zu behandeln. Doch das war noch nicht alles! Das zuständige PD Stendal wollte zuerst den Fall unter den Tisch kehren und selbst am 26.10.2006 behauptete der Überfall auf die Punkband am Vorabend hätte nicht statt gefunden. Dieser Vorfall in Sachsen-Anhalt ist nur einer von vielen, die in Sachsen-Anhalt leider von Nazis ausgehen.

Meta

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